In Kenia haben mir Freunde mal einen Namen gegeben.


Wir saßen zusammen, als sie sagten: „Dein Name ist Mumbi." Ich wusste nicht, was es bedeutete. Später lernte ich: In der Tradition der Kikuyu ist Mumbi die erste Mutter. Diejenige, die formt, die gestaltet, die Schöpferin. Es war eine Ehre. Der Name blieb bei mir, ganz leise, so wie es manche Worte tun.

Lebenslange Entwicklung ist mein Nordstern, mein Lebenssinn. Bevor ich mich im Rahmen meiner Promotion in Neurowissenschaften mit dem Gehirn beschäftigte, arbeitete ich in der klinischen Praxis. Ich war diejenige, die die Leute rund um die Uhr bei jeder Art von psychologischer Krise anriefen. Mamas, die einfach nicht mehr konnten. Allein in der Nacht, wenn alles noch schwerer wird. Es war eine zutiefst menschliche Arbeit – und mehr, als ein einzelner Mensch auf Dauer tragen kann.

Jahre später wurde ich selbst Mutter.

Die schwerste Aufgabe, die ich je hatte.

Das Elternsein hat mich völlig aufgewühlt. Schlaflose Nächte. Allein. Manchmal einfach nur elend. Kein Grund, es schönzureden. Es gab Momente, da sah ich Schwangere und dachte: Du hast ja keine Ahnung, worauf du dich da einlässt.

Die schwerste Aufgabe, die ich je hatte.

Und neben dem Kampf war da, genauso stark, das Bedürfnis, etwas beizutragen. Zu wachsen. Über mich hinauszuwachsen. Mutter zu werden, hat mir das ganze Spektrum des Lebens gezeigt. Ich spürte diesen Ruf, ich kann es nicht anders beschreiben: all meine Erfahrung in etwas fließen zu lassen, das Eltern genau dann den Rücken stärkt, wenn sie es brauchen. Etwas, das hilft, eine Welt mit festeren Wurzeln aufzubauen. Dank KI hatte ich nun die Chance, die Art von Fürsorge, die ich früher im Kleinen gab, für viele zugänglich zu machen.

Als ich nach einem Namen für mein Projekt suchte, schloss sich ein Kreis. Ein Name aus den Ursprüngen der Menschheit, der um die Welt reist und wieder nach Hause zurückkehrt. Ein perfekter Kreis. Der Kreislauf des Lebens.

Es war Mumbi. Es ist Moomby.

Ich habe diese App für Eltern entwickelt, die alles gleichzeitig wuppen – weil ich selbst eine von ihnen bin. Laptop auf dem Spielplatz. Schlafzyklen von 3 bis 6 Uhr morgens. Nach Hause kommen, wenn alles schon schläft. Alles aus eigener Kraft aufgebaut. Der Schmerz, der Frust, die Erschöpfung – ich kenne das alles.

Jetzt ist Moomby am Start.

Wenn du es bis hierher geschafft hast, hör mir kurz zu:

Du machst das richtig gut. Ja, genau du.

Ich weiß, du bist diejenige Person, die jetzt die Regeln aufstellen muss. Die einkauft. Die unter dem Bett nach Monstern sucht. Und die jeden Tag so tut, als wüsste sie ganz genau, was sie tut. Das ist ein verdammt schwerer Rucksack.

Und ich weiß, dass unter der müden erwachsenen Person, die sich so unendlich viel Mühe gibt, alles richtig zu machen, immer noch du steckst. Manchmal genauso verängstigt und unsicher wie das kleine Wesen an deiner Hand. Manchmal wünschst du dir einfach jemanden, der dir ein Trinkpäckchen reicht und dir sagt, dass alles gut wird.

Es wird alles gut.

Du musst nicht alle Antworten haben. Du darfst chaotisch sein. Du bist genau die Person, die dein Kind braucht.

Und du musst das alles nicht allein durchstehen.

Moomby ist an deiner Seite.

Alles Liebe,
Ezgi

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